Back in Cabarete

Ja wir leben noch! Es tut uns mal wieder leid, dass wir euch so lange haben warten lassen. Aber nach unserer letzten Woche in der Dominikanischen Republik und unserem Rückflug nach Deutschland hatten wir jede Menge zu erledigten. Weihnachten und Silvester kamen auch noch dazwischen. Da blieb nicht viel Zeit und Muße um sich Gedanken über einen neuen Artikel zu machen. Aber ich fange am besten dort an, wo der letzte Artikel aufgehört hat.

Unser Trip nach Las Galeras neigte sich so langsam dem Ende zu. Nach einem herzlichen Abschied von Lea und Ivan, den Besitzern des B&B, brachten uns Eric und Sarah nach Santa Barbara de Samaná. Von dort ging es dann wieder mit dem Bus die 200km zurück nach Cabarete.

Nach unserer Rückkehr im Kite Beach Inn holten wir erstmal unsere zurück gelassenen Rucksäcke zurück und richteten uns wieder häuslich ein, um die letzten Tage unserer Reise zu genießen. Ein paar der anderen Gäste wohnten ebenfalls noch dort. Und so war es ein bisschen so, als ob wir nach Hause kommen würden ;-).

Mein ursprünglicher Plan, meine Kitesurf-Fähigkeiten noch ein bisschen auszubauen, wurden leider durch eine tagelange Flaute zunichte gemacht. Die Auskunft der anderen Kiter, dass in der vergangenen Woche super Wind war, hat nicht wirklich dazu beigetragen das ich mich besser fühlte.

Aber es hilft ja alles nix. Trübsal blasen ist auch wirklich nicht einfach, wenn einem jeden Tag die Sonne auf den Bauch scheint. Und so mussten wir uns um ein Alternativprogramm kümmern. Neben ausgedehnten Shopping-Touren um Souvenirs einzukaufen und natürlich relaxten Nachmittagen am Strand, wollten wir unbedingt noch zu den 27 Charcos . Da kann man sich mit einer Schwimmweste und einem Helm bewaffnet ein paar Wasserfälle hinunter stürzen und so der tropischen Hitze ein Schnippchen schlagen.
Dieses Mal stellte sich aufgrund der Entfernung die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein wenig schwierig heraus. Und auch ein Taxi kam aus dem selben Grund für uns nicht in Frage.
Ein Auto zu mieten war unsere nächste Option. Aber zu zweit ein Auto zu mieten ist ähnlich teuer wie ein Taxi zu mieten. Also haben wir in unserem Umfeld ein wenig Werbung für unser Vorhaben gemacht und innerhalb kürzester Zeit hatten wir drei begeisterte Mistreiter, die sich mit uns die 27 Wasserfälle hinunter stürzen wollten.
Das Auto zu mieten war eine Sache von 1-2 Stunden, in denen wir die Hauptstraße von Cabarete auf und ab gelaufen sind und bei jedem Vermieter mal die Preise abgeklopft haben. Die Entscheidung fiel auf einen SUV, der noch nicht ganz so abgerockt aussah, wie die anderen Mietautos. Nachdem ich meine Reisepass als Pfand dort gelassen hatte und unsere Kreditkarte gezückt hatte, durften wir das Auto dann auch direkt mit komplett leerem Tank mitnehmen. Also führte uns unsere erste Fahrt durch das Verkehrschaos zu einer Tankstelle um ein paar Galonen Benzin in den Tank zu füllen. Zum Glück hatte das Auto eine Klimaanlage. Ich habe nämlich auf meinen ersten Metern durch den dominikanischen Straßenverkehr Blut und Wasser geschwitzt.

Am nächsten Tag brachen wir in aller Frühe auf zu den Wasserfällen. Dank Tinas grandiosen Fähigkeiten als Navigator sind wir ohne Umwege, und nach 1,5 Stunden Fahrt an unserem Ziel angekommen. Schnell wurden wir dort mit den Schwimmwesten und Helmen ausgerüstet. Aber wenn wir dachten, dass wir sofort ins kühle Nass springen könnten, hatten wir uns geschnitten. Bevor man Wasserfälle hinunter springen kann, muss man erstmal zu ihnen hinauf. Also wanderten wir eine knappe Stunde durch den Dschungel. Ich bin mir nicht ganz sicher ob das nicht pure Absicht ist. Ohne den ganzen Schweiß der Touristen führen die Wasserfälle bestimmt niemals genügend Wasser :-). Aber dann ging es los. Geführt von zwei Guides durften wir von bis zu 10 Meter hohen Felsen in Wasserbecken springen und von Wasser und Sand glatt polierte Wasserrinnen entlang rutschen. Nach einer weiteren Stunde war der ganze Spaß vorbei und wir waren glücklich.

Da wir das Auto erst nachmittags wieder abgeben mussten, ging es noch in die Stadt Puerto Plato. Direkt an der Strandpromenade wollten wir eigentlich nur einen kurzen Snack zu uns nehmen. Die Besitzerin der Strandbar hatte aber aus irgend einem Grund einen Narren an uns gefressen. Und so wurden wir, nachdem wir unsere Sandwiches gegessen hatten, zunächst mit Mama Juana (ein Kräuter-Rum und quasi Nationalgetränk in der Dominikanischen Republik) abgefüllt. Ich konnte mich ein wenig drücken weil ich ja noch Auto fahren musste – was aber in den Augen der Besitzerin eigentlich kein ausreichender Grund war, nicht am helllichten Tag zu trinken. Anschließend wurden wir in die Familie aufgenommen (ich bin jetzt Sohn einer dominikanischen Restaurant Besitzerin und Tina ihre Schwester) und zum 50. Geburtstag nächstes Jahr sind wir natürlich auch eingeladen.

Einigermaßen angeheitert ging es dann zurück nach Cabarete. Das Auto zurück zu geben ging total problemlos. Den Schlüssel im Austausch gegen meinen Reisepass im Büro abgeben und das wars. Wir hätten das Auto auch komplett zerlegt abliefern können, dass hätte niemanden interessiert.

Die folgenden Tage verliefen wieder ruhiger. Am Vortag unserer Abreise kam doch noch einmal ein bisschen Wind auf und ich versuchte mein Glück mit dem Kite. Leider war aber nach einer halben Stunde der ganze Spuk vorbei und ich musste das ganze Material wieder einpacken – shit happens.

Und dann war er da. Der Tag an dem es für uns zurück nach Deutschland gehen sollte. Unser Flieger hob erst abends ab und so konnten wir noch ein wenig länger Sonne, Strand und Meer genießen. Mit dem Taxi ging es zum Flughafen. Noch dort habe ich mir meine Jeans und festes Schuhwerk angezogen. Was für ein komisches Gefühl nach ca. zwei Monaten nur Shorts, T-Shirt und Flip Flops. Nach einem ereignislosem Flug landeten wir am nächsten Tag mittags in Frankfurt. Der Beamte bei der Immigration warf nur einen kurzen Blick in unsere Pässe, unsere Rucksäcke waren mit die ersten Gepäckstücke auf dem Transportband und auch der Zoll wollte nichts von uns. Zack! Da standen wir mitten in der Ankunftshalle des Frankfurter Flughafens und konnten noch nicht wirklich realisieren, dass wir tatsächlich wieder zurück sind. Zum Glück wurden wir von Freunden empfangen, die sich rührend um uns gestrandete Reisende gekümmert haben.

Aber so eine Reise ist ja nicht einfach so vorbei. Auch hier in Deutschland ging es natürlich aufregend weiter. Aber das schreiben wir euch in einem weiteren Artikel. Versprochen! Nur so viel. Wir sind inzwischen wieder in Düsseldorf angekommen und schauen mal ob wir wieder ein geregeltes Leben eingestielt bekommen.

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¡Tranquilo mañana!

Nach einer Woche in Cabarete war es nun wieder an der Zeit unseren Standort zu wechseln und zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Als neues Ziel hatten wir Las Galeras auf der Halbinsel Samaná ins Auge gefasst. Las Galeras liegt eigentlich nur ca. 200 Kilometer östlich von Cabarete. Allerdings werden die Straßen dorthin immer kleiner und die Anzahl der Schlaglöcher nimmt überproportional zur zurückgelegten Entfernung zu. Somit waren wir am Ende rund sechs Stunden unterwegs. Zudem wird die Auswahl der Transportmittel, die den geneigten Backpacker dorthin bringen, ebenfalls überschaubarer.

Tina musste dieses Mal ein bisschen länger im Internet recherchieren, bis wir einen Bus gefunden hatten, der uns für 300 Pesos pro Person (das sind ca. 5,50 Euro) zumindest bis zur letzten größeren Stadt in Samaná, Santa Barbare de Samaná, brachte. Unsere Hosts im Kite Beach Inn waren so freundlich und riefen für uns bei Transporte Papagayo an (Tel.: (++1) 809 – 749 6415 (nur Spanisch)) um zu klären ob es den Bus denn noch gibt und ob es eine Möglichkeit für uns gibt in Cabarete zuzusteigen. Alles kein Problem. Wir sollten an unserem Reisetag um 7:20 Uhr morgens an der Straße stehen. Da wir erst in drei Tagen fahren wollten, waren wir uns einig, dass wir am Vorabend unserer Abreise definitiv noch einmal bei Transporte Papagayo anrufen wollten – nur um sicher zu gehen ;-). Aber der Teufel ist ein Eichhörnchen und so haben wir zunächst vergessen unsere Hosts zu bitten noch einmal dort anzurufen und dann war das Office schon geschlossen und wir hatten keine Möglichkeit zu telefonieren. Also blieb uns nur die Hoffnung.

Mit entsprechend gemischten Gefühlen standen wir am nächsten Morgen überpünktlich um 7:15 Uhr  mit kleinem Marschgepäck an der Straße. Unsere großen Rucksäcke mit dem Großteil unserer Sachen haben wir im Kite Beach Inn gelassen. Wir haben eingesehen, dass wir hier mit ein paar T-Shirts, einer kurzen Hose und Badeshorts/Bikini sehr gut auskommen. Die ersten 10 Minuten hatten wir noch genügend damit zu tun den zahlreichen Motoconcho- und  Guagua-Fahrern klar zu machen, dass wir heute etwas weiter weg wollen und nicht auf dem Sitz eines kleinen Moppeds oder eines schrottreifen Bullis 200 km durch die Weltgeschichte eiern wollten. Dann hieß es warten – ¡tranquilo! Jeder größere Bus wurde von uns genau beobachtet, denn wir hatten nur eine wage Beschreibung wie der Bus denn aussehen sollte. Ungefähr 40 Minuten später kam dann tatsächlich ein Bus mit dem Schriftzug “Transporte Papagayo” in Sicht. Wild gestikulierend machten wir auf uns aufmerksam und nach einer Vollbremsung kam der Bus gute 20 Meter hinter uns zum stehen. Glück gehabt. Beinahe wäre unser Transport an uns vorbei gefahren.

Die nächsten Stunden verliefen ruhig. Nur eine kurze Pause um zu pinkeln und eine Kleinigkeit zu essen, ansonsten monotones Geschaukel und atemberaubende Landschaft die am Fenster vorbei zog. In Santa Barbara de Samaná angekommen zeigte sich wieder das typische Bild als wir den Bus verließen. Zahlreiche wild gestikulierende Fahrer, die uns auf spanisch davon überzeugen wollten doch auf ihrem Gefährt platz zu nehmen – ¡tranquilo! Letztendlich half uns unser Busfahrer und zeigte auf einen Pickup, der uns nach Las Galeras bringen sollte. Nachdem die anfängliche Verwirrung von Tina – “Die Ladefläche ist doch bestimmt nur für unser Gepäck!” – verflogen war, nahmen wir selber auf eben dieser Ladefläche platz und warteten bis unser Fahrer genügend Mitreisende gefunden hatte damit sich die Fahrt auch lohnt. Etwas eingeengt zwischen anderen Reisenden, Einkaufstüten und einem neuen Gasgrill nahmen wir die letzten Kilometer in Angriff. Nach einer Stunde und zahlreichen Stops, bei denen fleißig aus- und zugestiegen wurde, erreichten wir unser heutiges Ziel – Las Galeras. Schnell noch den Fahrpreis von 100 Pesos bezahlt und ab in das kleine B&B El Pequeño Refugio de Samana.

Wir wurden super nett von den beiden Besitzern, ein bulgarisches Pärchen, das vor 17 Jahren in die Dominikanische Republik ausgewandert ist, empfangen und konnten unser Zimmer direkt beziehen. Da wir kaum Sachen zum auspacken hatten, ging es sofort zum Strand um die Ecke. “Das ist nicht der schönste Strand hier in der Gegend” wurde uns gesagt. Wir konnten uns allerdings nur schwer vorstellen, wie noch schönere Strände aussehen sollen. Die nächsten Tage verbrachten wir damit den umliegenden Stränden, wie zum Beispiel Playa Rincon oder Playa Playita, einen Besuch abzustatten und uns unsere eigene Meinung zu bilden. Playa Fronton, der schönste von allen Stränden, konnten wir leider aufgrund von zu hohem Wellengang nicht mehr besuchen. Letztendlich ist es aber ohnehin schwer zu entscheiden welcher Strand der Schönste ist. Wirklich hässliche Strände haben wir auf jeden Fall nicht gefunden.

Unterstützt wurden wir bei unserer schweren Mission von einem US Amerikaner und einer Britin, die beide schon eine ganze Weile in Las Galeras leben und die wir an unserem ersten Abend in unserem B&B an der Bar kennengelernt hatten. Immer eine mit Bier gut gefüllte Kühlbox im Gepäck ging es im Geländewagen von einem grandiosen Ort zum nächsten. “Müsst ihr nicht auch irgendwann mal arbeiten?” fragten wir. “Ah. Tranquilo, mañana!” war dann die Antwort.

Und so genossen wir unser Leben in vollen Zügen. Wenn wir es leid waren an weißen Traumstränden unter Palmen zu liegen, besuchten wir eine der zahlreichen Bars oder Restaurants in Las Galeras, oder quatschen mit den Leuten an der Bar in unserem B&B. Das war es aber auch schon, was man in Las Galeras machen kann. Wer auf der Suche nach Abenteuer, Party und durchfeierten Nächten ist, kann Las Galeras getrost links liegen lassen. Für alle anderen ist es ein perfekter Ort um zu lernen was die Worte “tranquilo mañana” wirklich bedeuten.

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Santo Domingo – Dominikanische Republik

Das sind wir wieder und dieses Mal dürfen wir auch wieder berichten ;-). Nach unserem Aufenthalt in Las Vegas sind wir quasi auf direktem Weg in die Dominikanische Republik geflogen. Von Las Vegas ging es um kurz vor 23 Uhr zunächst wieder zurück an die US Ostküste, nach Fort Lauderdale. Dort haben wir uns allerdings nur drei Stunden am Flughafen herum getrieben. Dann hob unser zweiter Flieger nach Santo Domingo ab.
In der Hauptstadt der Dominikanischen Republik sind wir um 12 Uhr mittags angekommen und wurden, nachdem wir feststellen mussten das unsere beiden Rucksäcke erneut von Mitarbeitern der TSA (Transportation Security Administration) im Hinblick auf unsere Sicherheit durchwühlt wurden, direkt mit dem Shuttlebus in unser Hostel mitten in der Zona Colonial gebracht.

Vom Flug, der extrem hohen Luftfeuchtigkeit und der Hitze erledigt, haben wir uns erstmal ein kleines Nickerchen in unserem Zimmer gegönnt und haben es uns anschließend den restlichen Tag bei einer Flasche Bier im Garten unseres Hostels gemütlich gemacht.
Nach einer entspannten Nacht in unserem klimatisierten Schlafzimmer und einem ausgiebigen Pancake-Frühstück ging es los um die historische Altstadt von Santo Domingo zu erkunden. Nach den ganzen “historischen” Städten in Kanada und den USA, war der Anblick der hiesigen historischen Gebäude und Straßen eine wahre Wohltat. Santo Domingo ist die älteste von Europäern errichtete Stadt auf dem amerikanischen Kontinent und somit sind einige Teile der Stadt schon um die 500 Jahre alt.

Aufgrund der Hitze und Luftfeuchtigkeit nehmen wir unser bisher immer nur kurze Strecken vor und machen viele Pause um wieder etwas zu trinken und zu Atem zu kommen. Dadurch gestaltet sich unser bisheriger Aufenthalt aber auch sehr entspannt.

Wenn es dann wieder einmal Zeit für eine Dusche ist (Duschen könnte ich hier alle zwei Stunden) geht’s zurück ins Hostel. Dort wird dann weiter entspannt, mit den Zimmernachbarn gequatscht und unsere nicht vorhandenen Spanischkenntnisse aufpoliert.
Nachdem wir den zweiten Tag ebenfalls genutzt hatten um uns Santo Domingo anzuschauen, ging es gestern mit einer Tour in den Südwesten der Insel zur Isla Saona. Morgens um 7 Uhr wurden wir und drei weitere Backpacker an unserem Hostel abgeholt. Nun gut. Wir sollten um 7 Uhr abgeholt werden. Es wurde dann ein “wenig” später. So ist das halt hier. Wir sollten später noch erfahren, dass “only 10 minutes” in “es dauert bestimmt noch eine Stunde” übersetzt werden kann :-D.
Mit dem Auto ging es zunächst eine gute Stunde in Richtung Westen zum Parque Nacional Del Este. Dort mussten wird dann die oben erwähnten 10 Minuten plus noch einmal 5 weitere dominikanische Minuten auf unser Speedboot warten, dass uns dann in Richtung Isla Saona bringen sollte.
Da heute ein Feiertag ist, nutzten viele Locals die Chance um sich ebenfalls einen entspannten Tag im Nationalpark zu machen. Entsprechend voll war es auf den Booten und später auf der Insel. Aber die Strände sind hier groß genug, so das sich die Massen ein wenig verliefen.
Bevor wir aber die Insel Saona erreichten, machten wir einen ersten Stop vor der Küste auf einer Sandbank mitten im glasklaren türkisen Wasser um ein wenig zu schwimmen und den ersten Rum-Cola zu uns zu nehmen (es sollten im Laufe des Tages noch einige hinzukommen).
Erfrischt und gestärkt ging es dann weiter zur Insel. Dort konnten wir dann schwimmen, faul im Sand liegen, eine Runde Volleyball spielen und uns am Buffet stärken… und natürlich an der offenen Bar ein paar Rum-Cola bestellen und in der Brandung trinken.
Gegen Ende eines sehr entspannten Nachmittags ging es dann auf einen Katamaran, der uns in gemütlichem Tempo wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt brachte. Natürlich ging auch an Bord des Katamarans der Rum mit Cola nicht aus. Und so wurden bei karibischen Klängen die Hüften geschüttelt und das Tanzbein geschwungen.

Heute nutzen wir die Zeit um diesen Blogartikel zu schreiben und weitere Pläne für unsere Reise durch die Dominikanische Republik zu schmieden. Bleibt uns also treu. Bis später.

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What happens in Vegas stays in Vegas

Sorry guys.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Barkissimo – Liveaboard

Mit dem Bus ging es in aller Frühe zurück nach San Francisco und weiter über die Bay Bridge nach Emeryville. Dort wurden wir vom Manager Max abgeholt und direkt auf eine Einkaufstour durch den örtlichen IKEA mitgenommen. Max ist super nett und hilfsbereit und wir haben uns auf Anhieb super mit ihm verstanden. Und so haben wir den kleinen Einkaufsbummel genutzt um uns schon einmal ein bisschen besser kennen zu lernen.

Anschließend ging es auf direktem Wege zum Hafen von Emeryville. Ein kurzer Fußmarsch über die Docks und schon standen wir vor unserem neuen Zuhause für die nächsten Wochen: Barkissimo – the floating oasis.
Als aller erstes wurden wir einmal durchs komplette Schiff geführt und haben die anderen Crewmitglieder kennen gelernt. In Summe waren Anfangs fünf Helfer (uns eingeschlossen) und Max und Vincent als Festangestellte auf Barkissimo. Scott, der Besitzer, ist erst zwei Wochen nach unserer Ankunft aus Mexico zu uns gestoßen.

Da es keine Buchungen gab, gestalteten sich die ersten zwei Tage sehr entspannt. In aller Ruhe konnten wir lernen, wie die Zimmer gereinigt und hergerichtet werden sollten, wo sich alles auf dem Schiff befindet und was man sonst noch so im Umgang mit den Gästen an Bord wissen sollte. Zwischendurch durften wir mit zum Einkaufen und bekamen nebenher noch kleine Führungen durch die Nachbarschaft.

Nach drei Tagen auf dem Boot (von denen an zwei Tagen keine Gäste an Bord waren) hatten wir schon unsere ersten freien Tage. Die nutzen wir um uns am ersten Tag ein bisschen mehr in San Francisco umzuschauen. Japantown, die Painted Ladies und die City Hall standen zum Beispiel auf unserer Liste.
Den zweiten freien Tag haben wir in Berkley verbracht um uns ein wenig die Stadt und natürlich den Campus der Uni dort anzuschauen. Wenn man wie wir in der Weltstadt Bocholt zur Uni gegangen ist, dann ist der Berkley Campus allerdings gar nicht so beeindruckend ;-).

Dann ging es aber wieder zurück an die Arbeit. Morgens stehen wir immer relativ früh auf, damit wir für die Gäste das Frühstück vorbereiten können. Es gilt Früchte zu waschen und zu schneiden, die Brötchen aufzubacken und, je nach Tagesplan, die Quiche, Tortilla, Casserole oder das Omelett zuzubereiten. Kaffee muss gekocht werden und der Frühstückstisch sollte gedeckt sein, wenn die ersten Gäste aus ihren Zimmern kommen. Dann gilt es dem Gast während des Frühstücks jeden Wunsch von den Lippen abzulesen und die drei Gänge aufzutragen bzw. die leeren Teller wieder zurück in die Küche zu befördern. Dort muss dann alles per Hand gespült werden (eine Spülmaschine haben wir leider nicht an Bord).
Nachdem die Gäste gefrühstückt haben, warten wir darauf das sie entweder auschecken oder aber von Bord gehen um die Gegend zu erkunden. Ein wenig Zeit also um sich ein kleines Frühstück zu gönnen.

Sind die Gäste dann von Bord ziehen wir uns die Gummihandschuhe an und machen uns daran die Kabinen wieder auf Hochglanz zu bringen. Die benutzten Bettlaken abziehen und zusammen mit den Handtüchern in die Wäsche geben. Das Bad putzen und von allen Haaren befreien, desinfizieren und trocknen. Neue Handtücher auslegen, ein wenig Staub wischen und die Betten wieder neu beziehen. Ich habe am Anfang noch über zwei Stunden pro Zimmer benötigt. Inzwischen sind wir beide aber recht fit und gut aufeinander eingespielt.

Sind die Räume fertig geputzt und wenn auch der Rest des Boots tip top ist, haben wir wieder ein wenig Freizeit. Wenn jemand anderes von der Crew an Bord bleibt, können wir uns die Fahrräder schnappen und einen kurzen Ausflug nach Emeryville machen. Ansonsten sucht man sich ein sonniges Plätzchen auf dem Boot, entspannt bei einem Glas Wein oder einer Flasche Bier und wartet darauf, dass die neuen Gäste am Nachmittag wieder einchecken. Dann heißt es den Gästen den Weg am Telefon zu erklären und am Parkplatz abzuholen, das Gepäck aufs Boot zu bringen und den Gästen das Boot zu zeigen.

Manchmal buchen die Gäste dann noch ein Dinner bei uns an Bord. Dann helfen wir noch ein wenig das Essen vorzubereiten, zu servieren und zu spülen wodurch sich unser Arbeitstag ein wenig verlängert. Aber das kommt äußerst selten vor und am Ende macht es immer Spaß die Gäste zu bedienen, ein wenig zu quatschen und neue Dinge zu lernen (z.B. wie man vernünftig Wein entkorkt und einschenkt).

Im großen und ganzen sind das unsere Hauptaufgaben. Hin und wieder müssen wir das Deck schrubben oder den Hot Tub säubern. Seit Scott aus Mexico zurück ist, helfen wir ihm auch mal beim Renovieren des zweiten Boots, das ebenfalls hier im Hafen liegt. Wenn abends die Gäste dann versorgt sind, kochen wir noch lecker und sitzen ein wenig zusammen um den Sonnenuntergang zu genießen.

Nach fünf Tagen arbeiten an Bord haben wir dann wieder zwei Tage frei. Die nutzten wir immer um uns die Gegend anzuschauen. So sind wir noch einmal hoch nach Santa Rosa gefahren, um Tinas Tante zu besuchen. Ein anderes Mal haben wir uns die Räder geschnappt, und sind damit durch San Francisco geradelt um uns unter anderem den wunderschönen Golden Gate Park anzuschauen. Oder wir sind mit der Fähre rüber nach Sausalito gefahren um uns die Bay von der anderen Seite mal anzuschauen.

Zusammengefasst haben wir es mal wieder super gut getroffen. Und unser Plan, San Francisco ein wenig länger zu genießen und zu erkunden, ist voll aufgegangen :-). Zum Schluss gibt es noch eine gute Nachricht für euch. Mit diesem Artikel haben wir es endlich geschafft euch zeitnah auf einen aktuellen Stand zu bringen. Ich sitze gerade hier in der Kombüse auf Barkissimo und lasse die vergangenen vier Wochen auf dem Boot revue passieren. Am Sonntag steigen wir in den Flieger nach Las Vegas um dort unser Trinkgeld in den Casinos zu verspielen. Ihr dürft also gespannt sein was wir von dort zu berichten haben. Spannend wird es auf jeden Fall. Bis dahin schaut euch unsere Bilder an und vielleicht findet der eine oder andere von euch ja ein wenig Zeit um uns mit einem kurzen Kommentar zu erfreuen. So long.

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San Francisco. Heck Yeah!

San Francisco! Wahnsinn! Schon seit Beginn unserer Reise vor gut einem Jahr träumte ich davon durch diese Stadt zu wandern. Und jetzt sind wir tatsächlich hier.
Die Rückgabe des RV’s ist wie erwähnt problemlos über die Bühne gegangen. Mit der bart (Bay Area Rapid Transit) ging es Richtung Downtown. Unsere Unterkunft für die nächsten Tage, das Adelaide Hostel, war schnell gefunden. Und da wir ein wenig früh dran waren und noch nicht einchecken konnten, haben wir uns direkt auf gemacht die Stadt zu erkunden.

Ohne viel Plan sind wir einfach mal los gelaufen schlussendlich in Fisherman’s Wharf gelandet. Da wir den direkten Weg wählten, mussten wir gleich mal feststellen, dass San Francisco ganz schön hügelig ist. Dafür hatten wir am höchsten Punkt der Taylor Street einen super Ausblick auf Downtown San Francisco.
Fisherman’s Wharf selber war dann ziemlich von Touristen überschwemmt. Ursprünglich mal der Ort, an dem die Fischer ihren täglichen Fang an Land brachten, dreht sich nun alles darum dem Touristen ein wenig von seinem Urlaubsgeld abzuknöpfen ;-).
Man kann hier seinen Hunger mit allerlei Seafood und anderen Leckereien stillen (Clam Chowder, serviert in einer Schüssel aus Sauerteigbrot, sollte man definitiv mal probieren – @Chris: Vielen Dank für den Tip).
Den Besuch des ausgestellten U-Boots und des Versorgungsschiffs der US Marina haben wir uns gespart. Dafür investierten wir ein paar Quarter (25 Cent Münzen) um an den teilweise wirklich alten Spielautomaten, die im Musée Mécanique ausgestellt waren, uns unsere Zeit zu vertreiben.

Am nächsten Tag haben wir uns einer Free Walking Tour von Wild SF Walking Tours angeschlossen und in einer wirklich angenehmen Gruppe Chinatown und North Beach erkundet. Wild SF Walking Tours sind zunächst einmal kostenlos. Am Ende wird man aber natürlich um eine kleine Spende gebeten. Jeder darf  soviel geben wie er bereit ist zu zahlen bzw. so viel wie es der Geldbeutel  zulässt ;-). Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen war die Tour super informativ und wir hatten ca. 4 Stunden unseren Spaß, haben viel über San Francisco gelernt und einig nette Menschen kennen gelernt. Definitiv ein must do in San Francisco.

Nach einer weiteren Nacht in unserem Hostel sind wir zusammen mit zwei unserer Bettnachbarn zu einem der zahlreichen Fahrradverleiher um uns Fahrräder auszuleihen. Man sollte übrigens immer in seinem Hotel/Hostel nach Gutscheinen oder Discounts für den Fahrradverleih nachfragen und niemals den bei den Verleihern ausgehängten Preis zahlen. Ein paar Dollar spart man immer. Mit den Fahrrädern sind wir dann entlang der Piers in Richtung Golden Gate Bridge aufgebrochen. Ein kurzer Stop am Pier 39 um uns die Shops und die faulenzenden Seelöwen anzuschauen. Dann ging es weiter, vorbei an Fisherman’s Wharf, zur Ghirardelli Chocolate Manufactory. Ich kannte es nicht, die gratis Schokolade zum Probieren hat mir trotzdem geschmeckt.
Leider hatte eines unserer Fahrräder anschließend einen platten Reifen und wir mussten eine knappe Stunde auf ein Ersatzfahrrad warten. Dann ging es aber fast ohne Unterbrechung über die Golden Gate Bridge auf die andere Seite der Bucht nach Sausalito.
In Sausalito hatten wir ein wenig Zeit um etwas zu essen und dann ging es mit der Fähre zurück nach Downtown. Zurück im Hostel ging es dann relativ zeitig ins Bett. Am nächsten Tag wollten wir früh nach Alcatraz.

Die Tour nach Alcatraz hatten wir schon eine Woche im Voraus gebucht, weil die Touren relativ schnell ausverkauft sind. Außerdem hatten wir uns für eine der ersten Touren am Morgen entschieden, um wenigsten am Anfang noch entspannt umher gehen zu können. Im Laufe des Tages wird es dann nämlich immer voller. Wir hatten das Glück, dass gerade der chinesische Künstler Ai Weiwei seine Ausstellungen @Large auf Alcatraz eröffnet hatte. Also wurde uns, neben dem regulären Program wie z.B. der Audio Tour durch das Gefängnis und der Ranger Talks, eine super Ausstellung zusätzlich angeboten. So konnten wir locker den halben Tag auf der ehemaligen Gefängnisinsel verbringen. Wieder zurück auf dem Festland stärkten wir uns mit einem bodenständigen Burger von in-n-out Burger. in-n-out Burger ist eine Fastfood Kette hier in Kalifornien (und ich glaube inzwischen auch mit einigen Filialen in Texas), die sich die Frische ihrer Produkte auf die Fahnen geschrieben haben. So gibt es keine tiefgefrorenen Burgerpaddis (was zur Folge hat, dass die Burger innerhalb von wenigen Stunden von der eigenen Metzgerei in die Filialen geliefert werden müssen) und die Pommes werden für den Kunden sichtbar aus ganzen Kartoffeln frisch geschnitten und frittiert. Alles ganz nett und so, aber den hiesigen Hype um die Burger konnten wir nicht ganz nachvollziehen. Eventuell hätten wir aber vorher auch mal im Internet nach dem inoffiziellen “not so secret menu” suchen sollen ;-). Frisch gestärkt traten wir dann den Rückweg zum Hostel an. Aber nicht ohne der berühmten Lombard Street einen kurzen Besuch abzustatten.

Unseren vorerst letzten Tag in San Francisco haben wir damit verbracht durch die Viertel “Castro” und “Mission” zu laufen. Um ehrlich zu sein weisen meine Kenntnisse über die Geschichte dieser Viertel noch große Lücken auf. Auf jeden Fall findet man aber in The Castro die Keimzelle der Schwulen- und Lesbenszene in San Francisco. So haben wir das Museum der GLBT Society (Gay Lesbian Bisesuxal Transgender Society) besucht und die regenbogenfarbigen Kreuzungen bewundert. Noch weniger weiß ich über den Mission District. Aber man findet dort das älteste erhaltene Gebäude von San Francisco – die Mission Dolores. Außerdem kann man sich hier im angrenzendem Park Dolores wunderbar vom herum laufen erholen und dem Treiben der Locals zuschauen.

Soweit zu unserem Besuch in San Francisco. Soviel sei aber schon einmal gesagt – uns hat es hier so gut gefallen, dass wir anfingen Pläne zu schmieden ein wenig länger zu bleiben. Aber das ist Teil eines anderen Artikels :-). Bis später also.

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LA to San Francisco – immer der Küste entlang

Langsam navigierten wir also dieses 30 feet (gute 9 Meter) Wohnmobil vom Parkplatz der RV-Vermietung auf die Straße. Die erste Erkenntnis: Die Karre passt so gerade zwischen die Fahrbahnmarkierungen. Also immer wieder einen nervösen Blick in den Rückspiegel um zu kontrollieren, ob man noch auf seiner Fahrbahn fährt. Und so ging es dann zum nächsten Walmart um den Kühlschrank zu füllen und ein wenig Geschirr zu kaufen – das war nämlich nicht im Mietpreis inbegriffen… aber fangen wir noch einmal von vorne an.

Nachdem wir Robin verkauft hatten, stellte sich uns natürlich die Frage wie wir denn Kalifornien bereisen wollen? Anfangs überlegten wir uns einen kleinen Camper zu mieten. Dann war der Plan einen SUV zu mieten und uns rudimentäres Camping Equipment zu besorgen. Eine weitere Idee war von Stadt zu Stadt zu fliegen und mit organisierten Touren die Gegend zu erkunden.
Alles gute Ideen, wenn man nicht gerade versucht mit kleinem Budget durch die Gegend zu reisen.
Zum Glück hatte dann einer von uns den Einfall (ich vermute mal ganz stark das es Tina war) nach so genannten Relocations zu suchen. Autovermietungen stehen häufig vor der Situation, dass ein Auto, das am Standort A steht, an Standort B benötigt wird. Das gilt ebenso für Wohnmobilvermietungen. Jetzt könnte die Vermietung einen Mitarbeiter in das Wohnmobil setzen, der dieses dann von A nach B fährt, in das nächste Flugzeug springt, wieder zurück fliegt und am Ende eine ordentliche Spesenrechnung präsentiert.
Oder man inseriert die Tour in diesem Internet und findet so ein paar Backpacker, die sowieso diese Strecke fahren möchten. Die Backpacker bekommen das Wohnmobil quasi gratis ($1/Tag). Dafür übernehmen diese die Benzinkosten und müssen innerhalb eines festgelegten Zeitraums das Wohnmobil am Zielort abliefern. Wir hatten 4 Tage Zeit das Wohnmobil von Los Angeles nach San Francisco zu bringen. Eigentlich genügend Zeit um die grob geschätzten 600 Meilen gemütlich zu bewältigen. Um noch ein wenig entspannter reisen zu können, haben wir uns für $60,- noch einen extra Tag hinzu gebucht. Am Ende stand uns also ein Wohnmobil für fünf Tage für nur $64,- (+ Benzin) zur Verfügung, mit dem wir auf eigene Faust die Küste Richtung San Francisco erkunden konnten.
Leider ist es üblich, dass diese Wohnmobilen nicht mit Geschirr ausgestattet sind. Es gibt natürlich die Option für $125,- das Komplettpaket dazu zu buchen. Aber mal ehrlich, dieser Preis schien uns dann doch ein wenig übertrieben. Und so haben wir uns für ein paar Dollar einen Topf, Teller und Besteck gekauft und uns die übrigen $115,- gespart.

Ausgestattet mit allem was wir für die nächsten fünf Tage benötigen ging es dann durch LA in Richtung Highway 1. Unser erster geplanter Stop in Malibu musste leider ausfallen. Noch ein wenig ungeübt im Umgang mit einem so großen Fahrzeug fanden wir es schwierig einen passenden Parkplatz am Straßenrand zu finden. Und die ausgewiesenen Parkplätze waren alle kostenpflichtig. Also ging es an Malibu vorbei in den Malibu Creek State Park in dem wir unser erstes Nachtlager aufschlugen. Bis auf ein paar Rehe, die in der Abenddämmerung über den Campingplatz spazierten, ist an diesem Tag nichts aufregendes mehr passiert. Dafür gab es aber eiskaltes Bier aus unserem Kühlschrank :-D.

Am nächsten Tag ging es dann, nach einer heißen Dusche, weiter nach Norden in Richtung Santa Barbara. Immer entlang der Pazifikküste und der atemberaubenden Aussicht. In Santa Barbara hatten wir das Glück einen günstigen Parkplatz für unser mobiles Haus zu finden. Und so konnten wir entspannt bei strahlendem Sonnenschein zunächst über das Pier und dann durch die Innenstadt schlendern. Entlang an den Ständen eines Farmers Market und vorbei an Palmen gesäumten Straßen ging es zum Courthouse, von dessen Turm wir eine super Aussicht über Santa Barbara hatten. Anschließend führte uns unser Weg wieder zurück zu unserem Wohnmobil mit dem wir weiter Richtung Norden fuhren. Die Nacht haben wir dann direkt am Strand im El Capitan State Park verbracht. Mit zwei Dosen Bier haben wir es uns am Strand gemütlich gemacht und der untergehenden Sonne zugeschaut wie sie im Meer versinkt. Einfach Traumhaft! Und weil wir schon mal da waren, sind wir auch gleich noch in die Fluten gesprungen.

Der nächste Tag sollte ganz der Entspannung dienen. Also blieben wir auf dem Campingplatz und gingen, nach einem ausführlichen Frühstück, direkt an den Strand. Die Sonne versteckte sich zunächst zwar noch im Nebel, dafür konnten wir aber später am Tag die vorbei schwimmenden Delphine und Robben bei schönstem Sonnenschein bewundern und in der Brandung planschen wenn es uns zu warm wurde.

Dann mussten wir aber wieder ein paar Kilometer unter die Räder bekommen, da der Termin für die RV Rückgabe immer näher rückte. So haben wir am folgendem Tag lediglich ein paar mal direkt am Highway halt gemacht um die fantastische Aussicht entlang der Küstenlinie zu genießen und um eine gigantisch große Kolonie von Elephant Seals, die faul am Strand in der Sonne lagen, zu bewundern. Die Nacht verbrachten wir dann im Pfeiffer Big Sur State Park.

Am nächsten Morgen galt es zunächst die Tanks mit dem Schmutzwasser unseres RVs zu leeren. Aber das war alles kein Problem, wir hatten ja das Einführungsvideo bei der Wohnmobilübergabe aufmerksam angeschaut :-). Ziel für heute war der Walmart Parkplatz direkt neben der Wohnmobilvermietung, bei der wir das RV am nächsten Tag abgeben mussten. Auf dem Weg dorthin machten wir noch halt in Carmel by the Sea. In den Reiseführern und Broschüren als Perle an der Pazifikküste (oder so ähnlich) angepriesen, machte das Dorf auf mich den Eindruck, als ob alle die Leute, die in Düsseldorf auf der Kö einkaufen gehen, dort wohnen oder ihren Urlaub verbringen. Also eher nicht unser Klientel.  Aber einen wirklich fantastischen Sandstrand haben die dort. Den 17 Mile Drive, der sich in direkter Nachbarschaft zu Carmel befindet, haben wir uns auch noch gegönnt. Das ist eine Privatstraße über die Halbinsel Monterey. Wenn man $10,- locker macht, darf man mit seinem Auto eine Runde über die Halbinsel drehen und den Schönen und Reichen beim Golfen auf einem der unzähligen Golfplätze zuschauen. Wir haben uns eher für die schöne Aussicht aufs Meer interessiert und die Golfer links liegen lassen.
Unser letztes Ziel, der Walmart Parkplatz in Dublin, erreichten wir erst nach Sonnenuntergang. Noch schnell den Generator angeschmissen um unsere letzte Tiefkühlmahlzeit in der Mikrowelle aufzuwärmen und dann ab ins Bett.

Am nächsten Morgen mussten wir dann noch einmal tief in die Tasche greifen, das RV hatte ganz schön Durst auf unserer Tour und verlangte nach einigen Gallonen Benzin. Aber egal. Wir hatten wunderschöne Tage auf unserem Weg von Los Angeles nach San Francisco.
Aber unterm Strich würden wir beide uns nicht noch einmal für ein so großes Wohnmobil entscheiden. Man ist einfach viel zu eingeschränkt. Mal eben anhalten oder umdrehen um zu dem tollen Ausblick, an dem man gerade vorbei gefahren ist, zurück zu fahren ist mit so einem Ungetüm leider nicht möglich. Außerdem kann man nicht überall hin, weil z.B. der Parkplatz zu klein für das große Auto ist und letztendlich braucht man den ganzen Schnickschnack in so einem Wohnmobil nicht (auch wenn es ganz angenehm ist eine eigene Dusche, einen großen Kühlschrank, einen Backofen und eine Mikrowelle dabei zu haben ;-)). Aber mit unserem Robin waren wir definitiv mehr zufrieden.

Der Benzintank war also voll, die Schmutzwassertanks waren leer und wir hatten keine Beule ins Auto gefahren. Die Übergabe des Wohnmobils verlief somit problemlos und schnell. Wir wurden noch zum nächsten Bahnhof gebracht, von dem wir dann mit dem Zug nach Downtown San Francisco gefahren sind. Endlich! San Francisco! Aber das ist eine andere Geschichte.

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Vancouver Island, Vancouver und noch einmal von vorne

Die Überfahrt nach Vancouver Island verlief ohne Zwischenfälle. Da an diesem Tag die Wolken tief hingen und es immer wieder regnete, haben wir uns entschieden möglichst weit hoch in den Norden von Vancouver Island zu fahren und dann bei besserem Wetter das Feld quasi von hinten bzw. von Nord nach Süd aufzurollen. Also sind wir hoch bis nach Port Hardy gefahren und haben unser Lager dort auf einem super schönen kleinen Campingplatz aufgeschlagen.
Bei schönem Wetter erkundeten wir am nächsten Tag zunächst die nähere Umgebung unseres Campingplatzes um dann Port Hardy selber einen Besuch abzustatten. Dabei buchten wir noch schnell eine Whale-Watching Tour für den nächsten Tag. Wieder zurück am Campingplatz wollten wir eigentlich schon das Abendessen zubereiten, dann hieß es aber, dass unten am Fluss einer der ansässigen Bären seinen Abendspaziergang abhält. Also schnell unsere Kameras eingepackt und los. Leider wollte sich Meister Petz nicht zeigen. Noch ein enttäuschter Blick zurück… und da kam er aus dem Gebüsch keine 20 Meter hinter uns. Wir konnten unser Glück kaum fassen und vergaßen dabei völlig, dass wir eigentlich viel zu nah an dem Schwarzbären waren und uns besser, wie es uns nun schon ein Jahr lang auf jedem Campingplatz erklärt wurde, rückwärts vom Bären entfernen sollten. Aber Meister Petz war viel mehr am Fisch im Fluß auf der anderen Seite des Wegs interessiert. Wir wurden nur einmal kurz abschätzig beäugt und dann verschwand der Bär auch schon wieder im Gebüsch. Aber wir hatten unsere Fotos :).

Die Whale-Watching Tour am nächsten Tag war ähnlich erfolgreich. Wir hatten kaum den kleinen Hafen von Telegraph Cove verlasen, da stoppten wir auch schon wieder um einer Familie Orcas beim Jagen zuzuschauen. Es wurden Fotos geschossen bis die Speicherkarten glühten. Dann meinte unser Kapitän aber, dass wir doch noch ein bisschen weiter sollten, eventuell gäbe es ja noch ein paar Buckelwale zu sehen. Und tatsächlich. Keine halbe Stunde später sahen wir die ersten Fontänen, die die Buckelwale beim Auftauchen aus dem Wasser in die Luft blasen. Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich nicht wirklich daran geglaubt habe auf der Tour wirklich Wale zu sehen. Aber hier zwischen dem Festland und Vancouver Island scheinen sich die Tiere wohl zu fühlen. Wir hatten das Glück ein paar weiteren Buckelwalen beim Fressen und beim gemütlichen herum schwimmen zwischen den zahlreichen kleinen Inseln  zuzuschauen. Gegen Ende der Tour tauchte eine zweite Orca-Familie auf, die wir ebenfalls ein Stück begleiteten. Darüber hinaus haben wir noch Seelöwen, die faul auf einem Felsen in der Sonne lagen, Weißkopfseeadler und noch ein paar andere Viecher gesehen, von denen ich den Namen jetzt schon wieder nicht mehr weiß.

Von sagenhaften Wildtier Sichtungen verwöhnt ging es weiter Richtung Süden. Vorbei an Cathedral Grove um uns Bäume anzuschauen, die zum Teil über 750 Jahre alt sind, weiter zum Stamp River Provincial Park. Und hier waren sie nun wirklich. Die wirklich richtig springenden Lachse. Ihr hättet mal das Grinsen in Tinas Gesicht sehen müssen :-). Weiter ging es in den Westen der Insel, nach Tofino und in den Pacific Rim National Park. Hier verbrachten wir zwei wunderschöne Tage mit ein paar Wanderungen durch den Regenwald und mit ein paar Stunden surfen in der Brandung. Dafür, dass ich das letzte Mal vor zwei Jahren auf einem Surfbrett stand, habe ich mich glaube ich ganz gut angestellt.

Weil wir nun wirklich so langsam unser Auto verkaufen wollten, machten wir uns auf den Rückweg in Richtung Vancouver. Ein kurzer Stopp um Robin zu säubern und um noch einmal die springenden Lachse zu bewundern, und schon waren wir wieder auf der Fähre Richtung Festland. Und dann ging es ganz schnell. Wir hatten schon länger Kontakt zu zwei Jungs aus Deutschland, die ihre Reise in Kanada gerade beginnen wollten. Abends, nachdem wir in unser Hostel eingecheckt hatten, sind wir mit den beiden zu Robin, den wir ein wenig außerhalb geparkt haben um Parkgebühren zu sparen. Die Begeisterung der Jungs war groß, die Probefahrt verlief wie zu erwarten ohne Zwischenfälle und so waren wir uns schnell einig. Am nächsten Tag ging es in das Büro der nächsten Versicherung um den notwendigen Papierkram zu erledigen. Hier in BC gibt es nur eine staatliche Autoversicherung und einige ausgewählte Versicherungen dürfen diese Versicherung quasi verkaufen. Dafür wird die Registrierung und der übrige Papierkram direkt von den Versicherungen übernommen. Ich als bisheriger Besitzer musste eigentlich nur so eine Art offiziellen Kaufvertrag (Bill of Sale) ausfüllen, meine Registrierung des Autos abgeben und das Nummernschild abschrauben. Damit waren wir quasi raus aus der Nummer. Die beiden Jungs mussten ein bisschen mehr Papierkram ausfüllen. Aber nach knapp einer Stunde war Robin auf einen neuen Besitzer registriert, war versichert und durfte ab sofort mit BC Nummernschildern herum fahren. Tja. So schnell kann es gehen. Ein wenig wehmütig waren wir ja schon als wir die Schlüssel abgeben mussten. But that’s live.

Nun wieder als Fußgänger, erkundeten wir in den nächsten Tagen Vancouver. Für den Stanley Park nahmen wir uns einen kompletten Tag Zeit und hatten noch nicht einmal ansatzweise alles gesehen. Ein weiteres Highlight war ein kleines Straßenfest in einem Stadtteil im Süden Vancouvers, bei dem wir zusammen mit allen anderen Besuchern des Fests als Bratwursttester die Wurstkreationen von sechs ansässigen Lokalen probieren und bewerten durften. Mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen. Den Summer Night Market in Richmond, den wir abends noch besuchten, hatten wir uns zwar ein wenig anders vorgestellt (ungefähr so wie die night markets in Thailand), aber wir sind hier ja schließlich auch nicht in Thailand ;-).

Da der Verkauf unseres Autos doch schneller vom Tisch war als geplant, und weil Vancouver relativ teuer ist um länger dort zu verweilen, entschieden wir uns doch noch mal ein Fährticket nach Vancouver Island zu lösen um uns Victoria, die Hauptstadt von BC, anzuschauen. Victoria ist im Vergleich zu Vancouver ein wenig verschlafener und die Innenstadt kann man bequem zu Fuß an einem Nachmittag erkunden. Wir haben unseren Aufenthalt dort aber trotzdem sehr genossen und ein paar wunderschöne Tage mit Schlendern durch Victoria, gutem Essen und Livemusik am Abend verbracht.

Damit war das Ende unserer Reise durch Kanada aber auch fast erreicht. Unfassbar! Ein Jahr verging wie im Flug. Es ist noch gar nicht so lange her, als wir in Toronto aus dem Flieger gestiegen sind und nicht so genau wussten was das nächste Jahr für uns bereit hält. Und nun besteigen wir in zwei Tagen den Flieger nach Los Angeles und wir beginnen ein neues Kapitel in unserem derzeitigen Leben als Nomaden. Wir werden weiter berichten. Wie immer ein bisschen zeitverzögert. Aber wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

An dieser Stelle möchten wir uns auch bei euch allen bedanken. Laut Statistik haben wir täglich ca. 10 Besucher auf unserem Blog. Wenn wir unsere Eltern davon abziehen (die sowohl von zuhause als auch von der Arbeit täglich auf unseren Blog schauen), bleiben immer noch ungefähr 5 von euch, die nicht mit uns verwandt sind und täglich nachschauen wie es uns geht :-). Das finden wir großartig und wir wünschen uns, dass das weiterhin so bleibt. Also, auf zu neuen Abenteuern.

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Durch das Okanagan Valley nach Vancouver

Nachdem wir unsere müden Knochen in den Hotsprings ein wenig entspannt hatten, hieß es für uns wieder ein paar Kilometer gut zu machen. Nach einer unspektakulären Nacht im Jimsmith Provincial Park, haben wir uns zunächst Richtung Süden und dann nach Westen entlang der US Grenze vorgearbeitet. Ziel war das Okanagan Valley, dass, so wurde uns versprochen, ein Eldorado für Weinliebhaber und Fans von frischem Obst sein soll.
Aber wie so oft ist ja bekanntlich der Weg das Ziel. Das Valley selber hatten wir nämlich, trotz einiger Stopps zum Fotografieren und um super leckeres und günstiges Obst einzukaufen, relativ schnell durchfahren (den Wein haben wir aus unerfindlichen Gründen links liegen lassen :/).
Aber unser Weg führte uns durch super schöne Landschaften über gewundene Küstenstraßen entlang an riesigen Seen und durch malerische Täler. Das ganze garniert mit heiterem Wetter – wir hätten es schlechter treffen können.
Ein weiteres Highlight waren die leichenden Rotlachse (auch Kokanee genannt) im Kokanee Glacier Provincial Park. Mir ist ein riesen Stein vom Herzen gefallen, weil Tina endlich springende Lachse von ihrer Bucketlist streichen konnte :-). Zumindest so halbwegs. Und weil wir schon mal da waren, haben wir Robin auf einer 16km langen Schotterpiste auf ca. 2000 Höhenmeter gescheucht und von dort eine Wanderung unterhalb des Kokanee Gletschers gemacht. Die Aussicht war einfach nur sagenhaft.

Nelson hieß die Stadt, in der wir als nächstes Halt machten. Ein kleines, etwas alternativ angehauchtes Nest. Wer sich nach einer Yogastunde auf dem Community Markt mit überteuertem Essen, dass aber dafür garantiert frei von allem bösen dieser Welt ist, versorgen will, ist hier richtig. Wir haben uns aufs anschauen beschränkt und unsere Leftovers vom Vortag beim Sonnenbaden am Sandstrand verspeist :D.
Dann durchquerten wir das Okanagan Valley, dass wir wie gesagt schnell hinter uns ließen. Aber bevor es weiter in Richtung Whistler und Vancouver ging, gönnten wir uns noch eine Nacht im Okanagan Lake Provincial Park. Robin konnten wir quasi direkt am Ufer parken und von dort den Sonnenuntergang bewundern. Beim obligatorischen Lagerfeuer probierten wir die hoch professionellen Marshmallow-Sticks aus, die unsere Zeltnachbarn uns geliehen hatten. In Sachen Marshmallows rösten macht man den Kanadiern nix vor.
Am nächsten Tag entschieden wir uns, dass es Zeit wurde uns um den Verkauf von Robin zu kümmern. Das wir dafür eine Bescheinigung über eine Safety Inspection benötigen, weil Robin nicht in British Columbia zugelassen ist, wussten wir bereits. Also haben wir ein wenig herum telefoniert um eine Werkstatt zu finden die Zeit hatte Robin mal durchzuchecken. Der Termin am nächsten Tag war schnell vereinbart, und so haben wir nach einer Nacht im Bear Creek Provincial Park Robin in die Hände der Mechaniker gegeben. Das Ergebnis der Inspektion kam schnell und war niederschmetternd. Neue Bremsen brauchte der gute Robin (ok, das war zu erwarten), aber auch die Zentralverriegelung, der hintere Scheibenwischermotor nebst Wischwasserdüse und die Motortemperaturanzeige waren auch defekt und müssen auf jeden Fall funktionieren, ansonsten bekommen wir die Bescheinigung nicht. Um heraus zu finden was genau kaputt ist müsste der Chip ausgelesen und diagnostiziert werden. Je Mangel für schlappe $100. Einfach die Mängelliste nehmen und zu einer anderen Werkstatt fahren war auch nicht drin. Dann hätten wir die Inspektion wieder zahlen müssen. Zähneknirschend haben wir also den Auftrag zur Reperatur der Bremsen und der Diagnose gegeben. Und was hat die Diagnose ergeben? Richtig! Irgend eine dubiose Box für $400 sollte verantwortlich für die defekte Zentralveriegelung sein (es stellte sich heraus, dass es lediglich ein kaputtes Kabel unterm Teppich war) und der Scheibenwischermotor muss komplett ausgetauscht werden (was laut Rechnung wohl ganz schön lange dauert). Zum Glück konnten wir die Mechaniker davon überzeugen, dass die Temperaturanzeige nicht kaputt ist sondern nur hin und wieder hakt und man das dann selber wieder beheben kann.
Lange Rede hohe Rechnung, nach knapp drei Tagen in der Werkstatt waren wir ein paar Dollar mehr los als geplant, hatten dafür aber endlich die für den Verkauf benötigte Bescheinigung.

Nachdem wir so lange in Kelowna festgesessen hatten, waren wir froh endlich wieder ein paar Kilometer unter die Räder zu bekommen. Über gewundene Straßen arbeiteten wir uns durchs Gebirge in Richtung Whistler vor. Als erfahrene Reisende hatten wir im Auge, dass aufgrund eines nationalen Feiertags namens Laborday ein langes Wochenende vor der Tür stand. Es war also zu erwarten das wir in Whistler kaum einen Fuß an den Boden bekommen würden, geschweige denn einen freien Platz auf einem Campingplatz. Also haben wir uns schon vor Whistler um eine Übernachtungsmöglichkeit gekümmert und haben im Nairn Falls Provincial Park übernachtet. Von dort sind wir dann am nächsten Tag nach Whistler hinein gefahren und haben uns das bunte Treiben dort angeschaut. Da noch kein Schnee lag, war das komplette Dorf an statt von Skifahrern von Mountainbikern bevölkert.
Nach einer entspannten Runde durch Whistler haben wir noch einen kurzen Walk ein wenig außerhalb in Angriff genommen, sind hoch zum Olympic Park gefahren und haben uns dann wieder um eine Übernachtung außerhalb von Whistler gekümmert. Der Cal Cheak Campground war an und für sich nix besonderes. Allerdings konnten wir beide es uns nicht nehmen lassen am nächsten Morgen in den wirklich eiskalten Gletscherfluss, der direkt vor unserer Haustür vorbei floss, zu springen und quasi unsere eigene Icebucket-Challenge zu starten.

Die Finger und Zehen waren wieder aufgetaut, also ging es weiter nach Vancouver. Für heute lag noch ein kurzer Besuch im Apple-Store an – der Renzo will sich ja immer noch einen neuen Laptop zulegen. Aufgrund von zu wenig Geld auf dem kanadischen Bankkonto mussten wir aber wieder unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Den Rest des Tages haben wir zunächst im Deer Lake Park und dann im Kino ausklingen lassen. Der folgende Tag fing damit an, dass wir eine kleine Tour durch Vancouver machten, um Robins Steckbrief an fast jedem Hostel in Vancouver auszuhängen. Nach getaner Arbeit haben wir den nächsten Stadtstrand angesteuert und in der Sonne relaxet. Morgen gehts dann wieder weiter – wir setzen mit der Fähre nach Vancouver Island über.

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Durch Saskatchewan und Alberta

So langsam  müssen wir aber wirklich ein wenig mit unseren Erzählungen aufholen. Es fehlt nur noch ein knapper Monat, dann läuft unser Jahresvisum für Kanada aus. Schon krass wie schnell die Zeit vergeht. Gerade erst sind wir in Toronto angekommen. Also gut – los geht’s. In den jetzt folgenden Zeilen versuchen wir euch ein wenig die Provinz Saskatchewan und die Anfänge von Alberta näher zu bringen. Damit sollte sich dann auch die Lücke zu unserem Artikel über das Calgary Stampede schließen.

Vom Riding Mountain National Park in Manitoba war es nur noch eine kurze Strecke über die Provinzgrenze nach Saskatchewan. Unser erstes Ziel in der neuen Provinz war die Provinzhauptstadt Regina. Gleich vorweg – die Stadt hat nicht wirklich viel zu bieten und lädt nicht ein länger zu verweilen. Eine kurze Führung durch das Parlamentsgebäude haben wir uns dann aber doch gegönnt. Manchmal sind solche Führungen gar nicht so schlecht. Zumindest hat man die Chance ein klein wenig mehr zu erfahren und rennt nicht einfach nur dumm herum und glotzt durch die Gegend. Wir haben zum Beispiel gelernt, dass das Parlament nur ca. 5 Monate im Jahr tagt. Im Frühling und kurz vor Jahreswechsel. Das reicht wohl aus um alles Wichtige für die Provinz Saskatchewan zu regeln. Politiker zu sein ist hier wohl eher ein Hobby als ein Fulltime Job. Darüber hinaus gab es noch ein bisschen Kunst zu bestaunen. Nach einer Stunde war die Führung auch schon vorbei und wir haben uns darum gekümmert unsere Klamotten zu waschen, etwas zu Essen zu jagen und unsere Vorräte wieder aufzufüllen.

Das Parlamentsgebäude von Saskatchewan in der Hauptstadt Regina

Nach einer geruhsamen Nacht auf einem Walmart Parkplatz und einem stärkendem Frühstück bei Tim Hortons sind wir noch schnell beim Friseur vorbei. Unsere Fußballnationalmannschaft sollte an diesem Tag gegen Brasilien im Halbfinale spielen. Dafür wollten wir uns ein wenig rausputzen ;-). Nein im Ernst. Unsere Haare hatten wir nun schon seit April nicht mehr schneiden lassen – es wurde also definitiv Zeit.
Um uns den sagenhaften 1:7 Sieg unser National Elf anzuschauen, haben wir Regina verlassen und sind nach Moose Jaw gefahren. Dort haben wir es uns bei einem Boston Pizza Laden gemütlich gemacht um auf deren Fernseher das Spiel zu schauen. Zunächst wurden wir ein wenig belächelt als wir unsere Deutschland Flagge heraus holten. Ziemlich schnell hatten sich aber alle Anwesenden an unsere Jubelschreie gewöhnt und fingen an sich mit uns zu freuen. Einer der Kellner, ein bekennender Brasilien Fan, hat uns nach dem 0:5 sogar Budweiser Fanschals mit Deutschland Flagge geschenkt. Alles in allem also schon mal ein super Start in den Tag.
Nach dem Spiel machten wir uns auf, die verruchte Vergangenheit von Moose Jaw zu erkunden. Moose Jaw soll angeblich der Ausgangspunkt für den Alkoholschmuggel in Richtung Chicago während der Prohibition gewesen sein. Und Al Capone war anscheinend ein nicht selten gesehener Gast. Zudem wurden erst vor ein paar Jahren einige Tunnel unter der Stadt entdeckt. Die Tunnel wurden ein wenig heraus geputzt, die örtliche Theatergruppe hat sich in Outfits der 1920er Jahre geschmissen und eine spannende Story um Al Capone gestrickt. Dann braucht man nur noch den Touristen ein paar Dollar abzuknöpfen und in der Rolle von Alkoholschmugglern zusammen mit den Schauspielern durch die Tunnel schicken – schon hat man seine Touristenattraktion. Uns hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, aber ob die Geschichte um Capone und Moose Jaw stimmen wissen wir nicht genau.

Capone ist allgegenwärtig in Moose Jaw

Weiter ging es durch endlose Raps- und Kornfelder in den Süden Saskatchewan, in Richtung des Grassland National Park. Uns wurde immer wieder geraten durch Manitoba und Saskatchewan ohne Stopp durch zu fahren. Unserer Meinung nach ist das ein Fehler. Wenn man sich ein wenig nördlich oder südlich des Trans Canada Highways über die Nebenrouten durch die Provinzen schlägt, findet man eine Landschaft, die durchaus ihre schönen und faszinierenden Seiten hat. Klar, in Saskatchewan findet man keine Wälder, Berge oder Seen. Aber gerade die Tatsache, dass man tatsächlich nicht einen Baum bis zum Horizont sieht, hat zusammen mit den endlosen Feldern einen ganz eigenen Reiz und ist eine willkommene Abwechslung.
Die Nacht verbrachten wir vor den Toren des Grassland National Parks auf einem kleinen Campground mitten im Nirgendwo. Auf dem angeschlossenen Rodeoground wurde noch für das Rodeo am nächsten Wochenende trainiert. Und so konnten wir schon einmal erste Eindrücke für das Stampede in Calgary sammeln.

Team Roping Training - ein erster Vorgeschmack auf das Calgary Stampede

Auch in diese Richtung nichts zu sehen Soweit das Auge reicht Zum Glück sieht man alle Hindernisse auf der Straße schon eine halbe Stunde vorher

Die nächsten Kilometer unserer Reise führten uns dann durch den Grassland National Park. Auf einer staubigen Piste konnten wir durch den Park fahren, den Bisons beim Grasen, den Präriehunden beim herumtollen zuschauen und uns an unterschiedlichen Stationen via Schautafeln über die Besonderheiten des Nationalparks und seiner Flora und Fauna weiterbilden. Wir hätten auch wieder wandern können. Allerdings gibt es hier keine ausgewiesenen Wanderwege, sondern man navigiert anhand von Merkmalen in der Landschaft quer durch den Park. Für so eine Tour braucht man 1-2 Tage und somit ein Zelt. Außerdem ist, bedingt durch die sumpfige Beschaffenheit, der Park ein Mekka für Moskitos. Wir sind immer nur ganz kurz aus dem Auto heraus, zur nächsten Infotafel gesprintet, kurz gelesen was dort steht und bevor die Moskitos richtig Witterung aufnehmen konnten waren wir auch schon wieder im Auto. Ausgiebige Wanderungen haben wir uns also dieses Mal verkniffen.
Aus demselben Grund haben wir uns auch gegen eine Übernachtung im Park entschieden und sind stattdessen in den Cypress Hill Interprovincial Park gefahren. Interprovincial deswegen, weil die eine Hälfte des Parks in der Provinz Saskatchewan liegt und die andere Hälfte in Alberta. Uns war es gleich und wir haben auf einem wunderschönen kleinen Campground mitten im Park unser Lager aufgeschlagen. Bei einem schönen Lagerfeuer und einer Runde Hufeisenwerfen haben wir den Tag ausklingen lassen.

Aber nicht zu nah ran gehen. Die Viecher haben Flöhe Cowboy in Ausbildung Eine entspannte Runde Hufeisenwerfen Im Grasland National Park gabs die ersten Präriehunde zu sehen Und dabei den Abendhimmel bewundern

Der nächste Tag fing mit einem Besuch im Fort Walsh an. Dieses diente zunächst der Royal Canadian Mounted Police (die Mounties) als Außenposten um in Zeiten von Glücksrittern und Halsabschneidern im noch nicht kolonisiertem Westen Kanadas Präsenz zu zeigen und kanadisches Recht zu vertreten. Nachdem weiße Siedler alle Büffel ausgerottet und somit die Lebensgrundlage der Indianer vernichtet hatten, hat unter anderem der Sioux Häuptling Sitting Bull in diesem Fort die „Verhandlungen“ über den Verbleib seines Stammes in Kanada geführt.
Später wurden in diesem Fort die schwarzen Pferde der Mounties gezüchtet und zugeritten. Inzwischen ist das ganze eine National Historic Site. Parkangestellte in historischen Kostümen geben den Besuchern mit kleineren Aufführungen und Führungen durch das Fort einen super Einblick in die damalige Zeit. Unser Urteil: Auf jeden Fall im Fort Walsh vorbei schauen!

Die Frau eines Sergeant erzählt ein wenig aus ihrem Alltag im Fort Vorbereitung zur Gerichtsverhandlung im Fort Walsh

Weiter ging es durch den Cypress Hill Park über die Grenze nach Alberta und zum Dinosaur Provincial Park. Was darf man sich darunter vorstellen? Schwer zu beschreiben. Versucht euch plattes, endloses weites Land vorzustellen, auf dem alle paar Hundert Meter eine Ölpumpe einsam das reichlich in Alberta vorhandene Öl aus dem Boden pumpt.

Raps und Ölpumpen. Das sind die ersten Dinge, die man in Alberta zu sehen bekommt

Ihr fahrt also durch diese Landschaft, immer dem Schildern zum Dinosaur Provincial Park folgend. Die Dichte an Plastik-Dinos am Straßenrand nimmt zu und auch die wenigen Geschäfte tragen inzwischen komische Dino-Namen. Aber immer noch ist alles platt und überschaubar. Dann folgt ihr einem Schild zu einem Parkplatz. Ihr parkt, steigt aus und geht in die Richtung in der schon viele Touristen stehen. Und dann auf einmal hört die endlose Ebene direkt vor euren Füßen auf und fällt ab in ein Tal, in dem bizarre Felsformationen, Schluchten und Canyons eine Art Labyrinth bilden. Das sind die Badlands. Die Badlands sind ein Eldorado für all diejenigen, die auf der Suche nach Dinosaurierknochen sind. Man brauchte quasi nur ein paar Meter in dieses Labyrinth hinein gehen und ist über ein komplettes Skelett gestolpert. Es gibt wohl kaum ein Naturwissenschaftliches Museum auf dieser Welt, das nicht mindestens ein Dinosaurierskelett aus dieser Gegend ausstellt (zumindest haben wir das auf einer der Infotafeln gelesen). Auch heute noch werden hier bei Ausgrabungen Dino-Knochen und Skelette gefunden. Deswegen darf man auch nichts aufheben und mitnehmen. Schon gar nicht darf man die ausgewiesenen Wege verlassen. Übrigens: Der Name „Badlands“ stammt von den ersten Siedlern, die mit ihrem Pferd durch diese Labyrinthe hindurch mussten und oftmals ziemlich lange nach einem Weg aus diesem „bösen Land“ suchen mussten.

Wir haben uns also schön auf den ausgewiesenen Wegen durch den Park bewegt und uns ein paar ausgestellte Dinosaurierskelette angeschaut. – (Mir ist gerade beim hochladen der Bilder aufgefallen, dass wir nicht ein einziges Foto von so einem Skelett oder Knochen gemacht haben… dumm aber schlau).

Auch im Horseshoe Canyon sind die Felsformationen der Badlands zu finden Der Regen spühlt die Schichten aus Kalkstein und Lehm immer mehr weg und neue Dino-Knochen können entdeckt werden Die sogenannten Hoodos Ein schneller Blick in den Horsethief Canyon und dann ab nach Calgary Eisen mischt sich in eine Gesteinsschicht und macht diese härter als die Schichten darunter. Wind und Wetter erodiert alles drum herum weg und die Eisenkappe bleibt mit dem bisschen direkt darunter. Fertig ist der Hoodo Hier darf man auch uneingeschränkt herum wandern. Aber Vorsicht - das ist Klapperschlangen-Land Und dann tauchen die Balands auf

Weiter ging es ein paar Kilometer nordwestlich nach Drumheller. Drumheller liegt im direkten Einzugsgebiet von Calgary und bietet ebenfalls jede Menge Dino-Zeug. Wir haben uns lediglich den riesigen T-Rex vor der Visitor-Info angeschaut, haben unser Essen im angrenzenden Park gekocht und anschließend die Nacht auf dem örtlichen Walmart Parkplatz verbracht. Am nächsten Tag mussten wir nämlich am Flughafen in Calgary sein um Chris und Anne abzuholen.

Eine Million für den Bau des Plastikdinos vor dem Visitor Center in Drumheller. Ich sage- Spitze!

An dieser Stelle schließt sich die Lücke zu unserem Calgary Stampede Blogartikel und wir machen ab sofort wieder mit aktuelleren Meldungen von unserer Reise weiter.

Wir hoffen es hat euch Spaß gemacht mit uns durch Saskatchewan und Alberta zu reisen und das dieser Artikel euch trotz der Länge gefallen hat. Wie auch immer, schreibt uns doch einfach mal einen kurzen Kommentar und lasst uns wissen ob wir weiter berichten sollen ;-). So long.