LA to San Francisco – immer der Küste entlang

Langsam navigierten wir also dieses 30 feet (gute 9 Meter) Wohnmobil vom Parkplatz der RV-Vermietung auf die Straße. Die erste Erkenntnis: Die Karre passt so gerade zwischen die Fahrbahnmarkierungen. Also immer wieder einen nervösen Blick in den Rückspiegel um zu kontrollieren, ob man noch auf seiner Fahrbahn fährt. Und so ging es dann zum nächsten Walmart um den Kühlschrank zu füllen und ein wenig Geschirr zu kaufen – das war nämlich nicht im Mietpreis inbegriffen… aber fangen wir noch einmal von vorne an.

Nachdem wir Robin verkauft hatten, stellte sich uns natürlich die Frage wie wir denn Kalifornien bereisen wollen? Anfangs überlegten wir uns einen kleinen Camper zu mieten. Dann war der Plan einen SUV zu mieten und uns rudimentäres Camping Equipment zu besorgen. Eine weitere Idee war von Stadt zu Stadt zu fliegen und mit organisierten Touren die Gegend zu erkunden.
Alles gute Ideen, wenn man nicht gerade versucht mit kleinem Budget durch die Gegend zu reisen.
Zum Glück hatte dann einer von uns den Einfall (ich vermute mal ganz stark das es Tina war) nach so genannten Relocations zu suchen. Autovermietungen stehen häufig vor der Situation, dass ein Auto, das am Standort A steht, an Standort B benötigt wird. Das gilt ebenso für Wohnmobilvermietungen. Jetzt könnte die Vermietung einen Mitarbeiter in das Wohnmobil setzen, der dieses dann von A nach B fährt, in das nächste Flugzeug springt, wieder zurück fliegt und am Ende eine ordentliche Spesenrechnung präsentiert.
Oder man inseriert die Tour in diesem Internet und findet so ein paar Backpacker, die sowieso diese Strecke fahren möchten. Die Backpacker bekommen das Wohnmobil quasi gratis ($1/Tag). Dafür übernehmen diese die Benzinkosten und müssen innerhalb eines festgelegten Zeitraums das Wohnmobil am Zielort abliefern. Wir hatten 4 Tage Zeit das Wohnmobil von Los Angeles nach San Francisco zu bringen. Eigentlich genügend Zeit um die grob geschätzten 600 Meilen gemütlich zu bewältigen. Um noch ein wenig entspannter reisen zu können, haben wir uns für $60,- noch einen extra Tag hinzu gebucht. Am Ende stand uns also ein Wohnmobil für fünf Tage für nur $64,- (+ Benzin) zur Verfügung, mit dem wir auf eigene Faust die Küste Richtung San Francisco erkunden konnten.
Leider ist es üblich, dass diese Wohnmobilen nicht mit Geschirr ausgestattet sind. Es gibt natürlich die Option für $125,- das Komplettpaket dazu zu buchen. Aber mal ehrlich, dieser Preis schien uns dann doch ein wenig übertrieben. Und so haben wir uns für ein paar Dollar einen Topf, Teller und Besteck gekauft und uns die übrigen $115,- gespart.

Ausgestattet mit allem was wir für die nächsten fünf Tage benötigen ging es dann durch LA in Richtung Highway 1. Unser erster geplanter Stop in Malibu musste leider ausfallen. Noch ein wenig ungeübt im Umgang mit einem so großen Fahrzeug fanden wir es schwierig einen passenden Parkplatz am Straßenrand zu finden. Und die ausgewiesenen Parkplätze waren alle kostenpflichtig. Also ging es an Malibu vorbei in den Malibu Creek State Park in dem wir unser erstes Nachtlager aufschlugen. Bis auf ein paar Rehe, die in der Abenddämmerung über den Campingplatz spazierten, ist an diesem Tag nichts aufregendes mehr passiert. Dafür gab es aber eiskaltes Bier aus unserem Kühlschrank :-D.

Am nächsten Tag ging es dann, nach einer heißen Dusche, weiter nach Norden in Richtung Santa Barbara. Immer entlang der Pazifikküste und der atemberaubenden Aussicht. In Santa Barbara hatten wir das Glück einen günstigen Parkplatz für unser mobiles Haus zu finden. Und so konnten wir entspannt bei strahlendem Sonnenschein zunächst über das Pier und dann durch die Innenstadt schlendern. Entlang an den Ständen eines Farmers Market und vorbei an Palmen gesäumten Straßen ging es zum Courthouse, von dessen Turm wir eine super Aussicht über Santa Barbara hatten. Anschließend führte uns unser Weg wieder zurück zu unserem Wohnmobil mit dem wir weiter Richtung Norden fuhren. Die Nacht haben wir dann direkt am Strand im El Capitan State Park verbracht. Mit zwei Dosen Bier haben wir es uns am Strand gemütlich gemacht und der untergehenden Sonne zugeschaut wie sie im Meer versinkt. Einfach Traumhaft! Und weil wir schon mal da waren, sind wir auch gleich noch in die Fluten gesprungen.

Der nächste Tag sollte ganz der Entspannung dienen. Also blieben wir auf dem Campingplatz und gingen, nach einem ausführlichen Frühstück, direkt an den Strand. Die Sonne versteckte sich zunächst zwar noch im Nebel, dafür konnten wir aber später am Tag die vorbei schwimmenden Delphine und Robben bei schönstem Sonnenschein bewundern und in der Brandung planschen wenn es uns zu warm wurde.

Dann mussten wir aber wieder ein paar Kilometer unter die Räder bekommen, da der Termin für die RV Rückgabe immer näher rückte. So haben wir am folgendem Tag lediglich ein paar mal direkt am Highway halt gemacht um die fantastische Aussicht entlang der Küstenlinie zu genießen und um eine gigantisch große Kolonie von Elephant Seals, die faul am Strand in der Sonne lagen, zu bewundern. Die Nacht verbrachten wir dann im Pfeiffer Big Sur State Park.

Am nächsten Morgen galt es zunächst die Tanks mit dem Schmutzwasser unseres RVs zu leeren. Aber das war alles kein Problem, wir hatten ja das Einführungsvideo bei der Wohnmobilübergabe aufmerksam angeschaut :-). Ziel für heute war der Walmart Parkplatz direkt neben der Wohnmobilvermietung, bei der wir das RV am nächsten Tag abgeben mussten. Auf dem Weg dorthin machten wir noch halt in Carmel by the Sea. In den Reiseführern und Broschüren als Perle an der Pazifikküste (oder so ähnlich) angepriesen, machte das Dorf auf mich den Eindruck, als ob alle die Leute, die in Düsseldorf auf der Kö einkaufen gehen, dort wohnen oder ihren Urlaub verbringen. Also eher nicht unser Klientel.  Aber einen wirklich fantastischen Sandstrand haben die dort. Den 17 Mile Drive, der sich in direkter Nachbarschaft zu Carmel befindet, haben wir uns auch noch gegönnt. Das ist eine Privatstraße über die Halbinsel Monterey. Wenn man $10,- locker macht, darf man mit seinem Auto eine Runde über die Halbinsel drehen und den Schönen und Reichen beim Golfen auf einem der unzähligen Golfplätze zuschauen. Wir haben uns eher für die schöne Aussicht aufs Meer interessiert und die Golfer links liegen lassen.
Unser letztes Ziel, der Walmart Parkplatz in Dublin, erreichten wir erst nach Sonnenuntergang. Noch schnell den Generator angeschmissen um unsere letzte Tiefkühlmahlzeit in der Mikrowelle aufzuwärmen und dann ab ins Bett.

Am nächsten Morgen mussten wir dann noch einmal tief in die Tasche greifen, das RV hatte ganz schön Durst auf unserer Tour und verlangte nach einigen Gallonen Benzin. Aber egal. Wir hatten wunderschöne Tage auf unserem Weg von Los Angeles nach San Francisco.
Aber unterm Strich würden wir beide uns nicht noch einmal für ein so großes Wohnmobil entscheiden. Man ist einfach viel zu eingeschränkt. Mal eben anhalten oder umdrehen um zu dem tollen Ausblick, an dem man gerade vorbei gefahren ist, zurück zu fahren ist mit so einem Ungetüm leider nicht möglich. Außerdem kann man nicht überall hin, weil z.B. der Parkplatz zu klein für das große Auto ist und letztendlich braucht man den ganzen Schnickschnack in so einem Wohnmobil nicht (auch wenn es ganz angenehm ist eine eigene Dusche, einen großen Kühlschrank, einen Backofen und eine Mikrowelle dabei zu haben ;-)). Aber mit unserem Robin waren wir definitiv mehr zufrieden.

Der Benzintank war also voll, die Schmutzwassertanks waren leer und wir hatten keine Beule ins Auto gefahren. Die Übergabe des Wohnmobils verlief somit problemlos und schnell. Wir wurden noch zum nächsten Bahnhof gebracht, von dem wir dann mit dem Zug nach Downtown San Francisco gefahren sind. Endlich! San Francisco! Aber das ist eine andere Geschichte.

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4 Antworten auf „LA to San Francisco – immer der Küste entlang“

  1. ich freue mich immer, wenn wieder einer eurer ausführlichen Berichte kommt. Schon geil, was ihr alles zu sehen kriegt 🙂 wollt ihr noch runter bis Patagonien oder wie ist eurer Plan?

    1. Hi Michael. Schön das wir noch nicht langweilig werden. Wir haben einen groben Plan. Aber wie das mit Plänen so ist. Die ändern sich auch mal schnell und deswegen überraschen wir euch lieber :).

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